Koloskopie


Eine Koloskopie (umgangssprachlich Darmspiegelung) dient der Untersuchung des Dickdarmes und meistens auch der letzten Zentimeter des Dünndarmes. Als Gründe für die Durchführung gelten: Blutnachweis im Stuhl, Verdacht auf Tumorerkrankungen, chronisch entzündliche Darmkrankheiten, unklare Stuhlgangveränderungen (Verstopfung und Durchfall), unklare Mittel- und Unterbauchschmerzen. 

Vor der Untersuchung muss der Dickdarm entleert werden, damit die Untersuchung nicht durch Stuhlreste behindert wird. Dafür wird am Vortag und auch einige Stunden vor der Untersuchung ein starkes Abführmittel verabreicht. Das flexible Videokoloskop ist etwa 1cm dünn und zirka 1,3 Meter lang. An der Spitze besitzt es einen Videochip (Kamera). Das Bild wird auf einen Monitor übertragen. So ist es möglich, dass der Patient die Untersuchung mit verfolgen kann. Das Koloskop ist mit einer Absaugvorrichtung ausgerüstet, um flüssige Stuhlreste absaugen zu können. Ein Arbeitskanal ermöglicht das Einführen von kleinen Instrumenten, mit denen kleine Gewebeproben bzw. Polypen entnommen werden. Das Instrument wird unter Sicht mit Begradigungs- oder Umlagerungsmanövern vorgeschoben, bis der Blinddarm bzw. der letzte Teil des Dünndarmes erreicht ist. Beim Rückzug des Koloskops wird dann mittels Lufteinblasung der Darm zur Entfaltung gebracht und die gesamte Darmschleimhaut nach krankhaften Veränderungen abgesucht. 
Die Untersuchung dauert normalerweise etwa 25 Minuten. Das zur Darmentfaltung eingeblasene Luftvolumen kann während und auch nach der Untersuchung kurzzeitig Darmblähungen verursachen, die allerdings meist schnell wieder verschwinden.